Schützen trotzen Regen

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Thomas I. und Andrea I. Witte regieren die Bauernschützen

Rheda-Wiedenbrück. Mit einem dreifachen Horrido feierten die Bauernschützen zu Rheda ihren neuen König. Thomas I. Witte entschied nach einem spannenden Stechen den Kampf um den Titel für sich.

Entscheidung in der fünften Runde: Auf den Schultern wird der neue König der Bauernschützen Thomas I. Witte von seinen Kameraden zum Festzelt getragen.
FOTOS:LOHRER

Beim 118. Bauernschüt- zenfest, so könnte man annehmen, hätte die Schützen eigentlich nichts mehr überraschen können – doch so etwas hatten sie dann doch noch nicht erlebt. Als der Festumzug am Samstag starten sollten, regnete es in Strömen. Also disponierten die Schützen kurzerhand um: Anstelle des sonst üblichen Marsches durch Rhedas Straßen stolzierte der nicht minder prachtvolle Festzug, in der Mitte das zu da noch amtierende Königspaar Mark I. und Sybille I. Harrow und dessen Throngefolge um Pohlmanns Hof.

Zwar verkürzte sich der Weg des Zuges auf Grund des Regens, aber die Schützen schreckte er dann doch nicht gänzlich ab. Über 500 Vereinsmitglieder unterstützten das alte Königspaar und ihren Verein mit Stolz geschwellter Brust.

Um so mehr freuten sich die Bauernschützen der Landgemeinde Rheda, als passend zum Königsschießen, auf das sie und ihre Gäste mit Spannung warteten, sich endlich auch die Sonne blicken ließ. Auf dem Schießstand herrschte dichtes Gedränge, während das neugierige Publikum auf dem Festplatz über Lautsprecher den aktuellen Ergebnissen des Königsschießens aufmerksam lauschte.

Die Anwärter auf den Thron, die eineZehngeschossen hatten, durften sich glücklich schätzen: Siewaren eine Runde weiter und kamen ins Stechen. Dann, in der fünften und alles entscheidenden Runde, schallte es durch die Lautsprecher:„Die Bauernschützen haben einen neuen König“ – und das Schützenvolk jubelte.

Der 47-jährige Thomas I. Witte, Mitglied der Gruppe Herborn und seit 1974 bei den Bauernschützen aktiv, hängte mit einem Volltreffer um 17.57 Uhr seine beiden Konkurrenten ab.

Er ernannte seine Ehefrau Andrea I. Witte, die seit 1979 Mitglied bei den Bauernschützen ist, zu seiner Königin. Die Regentin ist in der für ihre kreativen Ideen bekannten Gruppe Monika Brand aktiv.

Kein Zweifel besteht daran, dass das neue Königspaar „blaues Blut“ in sich trägt. Nicht  nur, dass Thomas I. Witte seit 2003 Thronoffizier ist; Andrea I. Witte gewann schon 1980 mit damals 16 Jahren als erste Frau den Jungschützenpokal. Dazu amtiert ihre Tochter Saskia zurzeit als Kinderkönigin und ihr Sohn Lars durfte sich 2003 mit dem Titel des Jungschützenkönigs schmücken.

Bei der anschließenden Proklamation des Königspaares wurden sie und auch ihr prächtiges Throngefolge, bestehend aus Ralf und Ulrike Brinkmann, Dieter und Petra Voltmann, Gregor und Karin Pohlmann wie auch Günter Multhoff und Marion Merschmann von der Menge bejubelt.

Die Schützen feierten bis in die Morgenstunden zusammen mit ihren Gästen beim großen Festball auf Pohlmanns Hof. Das war ein würdiger Ausklang eines für viele Bauernschützen unvergesslichen Tages.

Prachtvoll: Oberst Otto Nüßer (rechts) proklamierte das neue Königspaar Thomas I. und Andrea I. Witte (rechts) nebst Hofstaat. Dazu gehören Ulrike und Ralf Brinkmann, Karin und Gregor Pohlmann, Petra und Dieter Voltmann, Marion Merschmann und Günter Multhoff sowie Königsoffizier Karl Dannenbaum und Königsoffizier Franke Linke (vorne v. l.).

Originalartikel aus der Neuen Westfälischen vom 22.08.2005 >>>

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