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Chronik des Schützenvereins
der Landgemeinde Rheda e.V.

ab 1820 bis 1977

ab ca. 1820

Mündliche Überlieferungen besagen, das bereits Anfang des 19. Jahrhunderts die Bauern der Landgemeinde Nordrheda mit den Bauernschaften Ems, Marburg und der Feldmark Rheda gemeinsam ein Schützenfest feierten.
Dies bestätigte 1937 auch das damals 81 jährige Ehrenmitglied August Kreutzkamp, dessen Vater in jungen Jahren schon Schützenfest gefeiert hatte.
Dies dürfte um ca. 1820 gewesen sein.

1886

Mit dem Vorsitzenden Karl Singenstroth beginnt nach einigen Jahren der Stagnation, wieder neues Leben im Schützenverein der Landgemeinde Nordrheda.

erster Vorsitzender Karl Singenstroth

1887

Äusseres Zeichen des Aufschwungs ist die Anschaffung einer Vereinsfahne. Am Sonntagnachmittag des Schützenfestes, das auf dem Hof des Bauern Johann Kappel gefeiert wird, kann die die neue Fahne feierlich geweiht werden.
Der Vorstand kam aber in eine peinliche Zeitverlegenheit, denn einen Tag vor dem Fest war die zu weihende Fahne noch nicht eingetroffen. Man fürchtete, keine Fahnenweihe mehr veranstalten zu können. Am Vormittag des Festsonntags, buchstäblich in letzter Stunde, traf sie endlich in Rheda ein, sie hatte eine postalische Irrfahrt nach Rhede (Kreis Borken) hinter sich.

Erster Fahnenträger ist Fritz Wagemann. Ihm folgen Wilhelm Lankreck, Heinrich Wagemann, Hermann Westfechtel und Bernhard Kisse.

um 1900

Große Aufregung herrscht bei einem Schützenfest um die Jahrhundertwende. Nachdem ein Schütze den entscheiden Schuss auf den “Vogel” abgegeben hatte und er kräftig als neuer König gefeiert worden war, erhielt der Regent von dem Schützenverein seine Spesen in Höhe von seinerzeit 30 Mark.
Doch was dann geschah, war in seiner Dreistigkeit nicht zu überbieten und man mag es kaum glauben! Samt Spesen schleicht sich der Strolch in einem unbeobachteten Moment heimlich davon. Als Lehre aus dieser unglaublichen Geschichte beschließt der Schützenverein dem König in Zukunft sein Honorar erst nach dem Fest auszuzahlen.

Vorsitzende bis 1906

          Peter Mertens                                                  Heinrich Wehler

1906

Auf der Vorstandsitzung am 6. Mai wurden neue Statuten für die Bauernschützen beschlossen. So beschloss der damalige Vorstand aus Hermann Ellermann, Konrad Verhoff, Franz Ramfort, Wilhelm Althoff, Heinrich Landwehr, August Meloh und Stefan Kappel in § 2 der Satzung: „Wirkliche Mitglieder des Vereins können nur Eingesessene und deren Söhne aus den Bauernschaften Nordrheda, Ems und Wöste werden, sofern sie das 20. Lebensjahr(später das 21.) vollendet haben und unbescholten sind.”

Hermann Ellermann wird Vorsitzender

1907

Am 9.Juni feiern die Bauernschützen auf dem Hofe von Wilhelm Langreck. Vereinswirt ist B. Nethe. Mit ihm vereinbaren die Bauernschützen, dass er bei günstiger Witterung 25 Mark an den Verein zu zahlen habe. Bei ungünstigem Wetter entfälltl diese Abgabe. Damit die Schützen alle bei schlechtem Wetter untergebracht werden können errichtet man auch noch ein Zelt. Für den Transport zum Festplatz sorgten die Schützen mit Pferdefuhrwerken.

1910

Vorsitzender Wilhelm Althoff

1913

Auf dem Schützenfest wird in vorgerückter Stunde ein Schuss abgefeuert. Opfer dieses schrecklichen Anschlags ist ein Polizeiwachtmeister. Das Fest wird abgebrochen und die Schützenv ersuchen, den Täter zu finden. Doch alle Mühen bleiben vergeblich.

1914

Der Vorstand beschließt auf seiner letzten Sitzung am 25. Oktober 1914 den Familien der zur Fahne gerufenen Vereinsmitglieder eine Unterstützung von 10 Mark zu überreichen

1920

Die erste Versammlung nach dem Krieg eerfolgt am 5. Juni. Schon eine Woche später am 12. Juni feiern die Schützen auf dem Hof Verhoff ihr erste Nachkriegs-Schützenfest.

Um jüngeren Kräften eine Chance zu geben, legt der Vorstand aus der Vorkriegszeit sein Amt nieder. Für ein Interregnum von einem Jahr führt der Mühlenbesitzer Hermann Brand als Major den Verein. (leider kein Bild vorhanden)

1921

Am 24. Juli übernimmt Clemens Bühlmeyer das Amt des Vorsitzenden von Hermann Brand den man nach dem Krieg mit der Führung des Vereins beauftragt hatte. Mit zahlreichen neuen Ideen bringt Clemens Bühlmeyer frischen Schwung in den Schützenverein der Landgemeinde Rheda. So wird das Schützenfest zukünftig an zwei Tagen gefeiert werden. Clemens Bühlmeyer stiftet ausserdem eine Königskette, die noch heute von König zu König weitergereicht wird.                                                                                                                                                                     Neben Clemens Bühlmeier gehören jetzt dem Vorstand an: Hermann Brand (stellvertretender Vorsitzender) – er wird am 12.6.1927 durch August Singenstroth abgelöst – ferner Karl Wagemann (Schriftführer), Gerhard Ellermann (Kassierer), Bernhard Kisse (stellvertretender Kassierer). Beisitzer waren: Otto Brockmann, Stefan Kappel, Willi Brandt, Major H. Brandt, Konrad Peterburs, Johannes Timmerkamp, Bernhard Kisse, Konrad Verhoff, Konrad Busch, Konrad Hauerstmann, Heinrich Buschmaas, Heinrich Dickmann, Hermann Westfechtel, Konrad Mersch, Ernst Pohlman und Heinrich Kisse.

Königskette von 1921

1922

Am 7. Juli beschießt der Vorstand die Einführung eines Preisschießenes, gleichzeitig wird der Bau eines ersten, festen Schießstandes beschlossen. Bis zu dieser Zeit wurde die Königswürde meistens am Samstag vor dem Fest in einer nahegelegen Runkelkuhle ausgeschossen.

Unter der Leitung von Tambourmajor Heinrich Popppenborg wird ein Trommlercorps gegründet. Die Instrumente werden vom Vorstand und dem Offizierskorps gestiftet.

1923

Hubert Hanewinkel stiftet den Vogel zur Kette.

1924

Karl I. Baumnn und Hanna I. Kappel

1927

Georg II. Peterburs übernimmt das Königsamt.                                                                     

Er geht als der unerschütterlich müde Regent in die Vereinschronik ein. 


 
 
 
 
 
“Nun, er war ja auch gerade nicht mehr der Jüngste. Immerhin war er auch schon einmal 25 Jahre vorher Schützenkönig gewesen. Und wenn ihn dann zu später Stunde die Strapazen seines Amtes übermannten, zog er sich zurück und erholte sich von dem fröhlichen Treiben durch ein kleines Nickerchen. Jedoch beim Kehraus am frühen Morgen war er dann brav und fidel wieder zur Stelle.”

Georg II. Peterburs

1928

König Heinrich II. Buschmass und Königin Elisbabeth I. Kochjohann

“Heinrich der Schnäutzer”

Heinrich II., Heinrich Buschmaas, Regent der Bauernschützen war bekannt für einen herrlichen Schnurrbart, der sein ganzer Stolz war. Schnell war ein kleiner Streich geplant. Im dichten Gedränge stutzte ein forscher Schütze mit flinker Hand unbemerkt eine Seite von Heinrichs Schnäuzerpracht. Doch der König bemerkte dieses Frevel nicht. Viele hatten verstohlen ihren Spaß, als sie nun ihren ahnungslosen Heinrich sahen. Erst am nächsten Morgen, sah Heinrich im Spiegel, dass ein Teil seines so heiß geliebten Schnurrbartes fehlte. Um wieder würdig auszusehen, musste er nun auch noch selber die andere Hälfte seines Schnurrbartes entfernen. Bemerkenswert übrigens ist, dass dieser Streich trotz einer drei Mann starken Bewachung gelingen konnte.

1933

Ein Unwetter unterbricht das Schützenfest auf dem Hof Verhoff. Am Sonntagnachmittag zerstört ein Wirbelsturm die Zelte und das Fest muss abgebrochen werden. Doch schon eine Woche später wird das Fest auf dem Hof Meloh in einem neuen Zelt und der Scheune fortgesetzt.

Das Schützenzelt nach dem Umwetter

1934

Gründung der ersten Schützengruppe, Gruppenführer ist
Konrad Mersch, vorne lks.

1954 Schwiemel:Antreten bei Königin Königin Marie I. Oldemeier
und König August III. Lefelmann

1937

Zum 50. Fahnenjubiläum wählen die Schützen der Landgemeinde Rheda erstmals den Hof Pohlmann als Festplatz.

Die herrliche Kulisse der Eichenbäume passt hervorragend zum volkstümlichen Charakter des Bauernschützenfestes und man beschließt deshalb, zukünftig die Feste auf diesem Hof zu feiern.

Im gleichen Jahre stellen die Pohlmanns ein Grundstück für den Bau eines Schießstandes zur Verfügung.

Königsschießen 1937

1938

Der alte Beschluss, zum Bau eines Schießstandes, aus dem Jahr 1922 wird umgesetzt.

Gemeinsam mit dem Eisenbahnerverein Rheda wird ein Kleinkaliberstand errichtet und am 26. Juni wird der erste Schuss abgegeben.

Erster Schießmeister ist Karl Wagemann.

1939

Nach dem Schützenfest kommt die Arbeit im Schützenverein der Landgemeinde zeitweise zum Erliegen. Eine Generalversammlung zum 8. Juni wird kurzfristig abgesagt.

Königspaar
Stefan I. Kappel
und
Bernhardiene I. Nieländer
regieren von 1939 bis 1950

1944

Ein Feuer, dass die Dachabdeckung des Schießstandes zerstört, ist der Grund zu einer Vorstandstandsitzung am 8. Juni. Die Instandsetzungsarbeiten werden beschlossen und insbesondere von Leutnant Koch und Hauptmann Pohlmann mit Unterstützung des Eisenbahnervereins durchgeführt.

1950

Fünf Jahre nach dem Ende des 2. Weltkrieges trifft man sich nach zahlreichen Vorgesprächen am 8. Januar zur ersten Sitzung.

Wie auch nach dem 1. Weltkrieg erklärt sich Clemens Bühlmeyer bereit den Vorsitz zu übernehmen und Motor für den Wiederaufbau zu sein.

Beschlossen wird noch im gleichen Jahr ein Schützenfest zu feiern und zwar am 3. Wochenende im August.

Auch die heutige Anzugordnung – dunkler Rock mit weißer Hose- wurde an diesem Tag festgelegt.

Als neuer Name führt der Verein die Bezeichnung: „St. Clemens Schützenbruderschaft der Landgemeinde Rheda“, sie wird bis 1965 beibehalten.

Anzugsordnung bis 1939

Anzugordnung ab 1950

Gründung der Schützengruppe Arnold Merschmann.

1952

Die Verlegung des Schützenfestes auf das 3. Augustwochenende gibt den Bauern Gelegenheit ihre Ernte in Ruhe einzubringen.

Gleichzeitig findet man zur alten Erntedanktradition zurück. Seit Anfang der 50. Jahre ersetzt die Erntekorne bei den Bauernschützen die Krone über dem Königsthron.

Erntekorne im Umzug in den 50er Jahren

Vorstand 1952

1957

Seit 20 Jahre feiern die Baunerschzen ihr Fest auf Polmanns Hof.

Kutschfahrer sind jetzt Fritz Harre, Anton Graflage, August Kreutzkamp und Walter Langreck. Bis zu dieser Zeit fuhren Timmerkamp, Kappel ,Oldemeier und Meloh die Kutschen.

Konrad Busch trägt seit 25 Jahren die jetzt 70 Jahre alte Fahne

1959

Nach einer Feierstunde am Ehrenmal fing die Fahne an der Gasflamme eines Zigarrenanzünders im Vereinslokal Nigges Feuer und war nicht mehr zu retten.

1960

Eine neue Fahne wird angeschafft und von Stadtdirektor Höltken geweiht.
Fahnenträger Konrad Busch tritt altersbedingt in den wohlverdienten Ruhestand. Arnold Maas wird neuer Fahnenträger.

Königin Helga Strenger stiftet einen Gruppenpokal.

Königin Helga Strenger stiftet einen Gruppenpokal.

Königin Helga mit dem ersten Pokalsieger Gruppe Karl Wagemann.

1962

Anni Pohlmann wird zur Batallionsmutter ernannt und folgt der im letzten Jahr verstorbenen Marhta Singenstroth.

v.l. Frau Löffelmann, Anni Pohlmann, Clemens Bühlmeyer,

Hans Westermann wir neuer Fahenträger

Konrad Mersch kann ein dreifaches Jubiläum feiern. Er ist seit 50 Jahren aktiver Schütze und seit 40 Jahren Feldwebel und Schwiemelführer. Man nennt ihn auch liebevoll den ,,Chef der Bühlmeyerschen Polizei”. Diese sorgt im wahrsten Sinne stets für Ruhe und Ordnung beim Fest.

Johannes Pollchristoph, Bernhard Nordgerling, Bernhard Ossenbrink, Bernhard Mersch, Werner Salm, Fritz Golthaus, Franz Gerleorn, Kasper Brand, Stefan Gage, Konrad Landwehr, Gruppenführer Konrad Mersch

1963

Für das gesamte Batallion werden einheitliche grüne Schützenhüte angeschafft.

1963

Kolpingorchester Harsewinkel wird erstmals verpflichtet

1965

Mehr als 40 Jahre war Generaloberst Clemens Bühlmeyer Vorsitzender und entscheidende Kraft in den Jahren des Aufbaus nach den beiden Weltkriegen, als er bei einen Verkehrsunfall am 11.10.1965 tödlich verunglückte.

Vorsitzender
Genraloberst Clemens Bühlmeyer

Nachfolger als Vorsitzender wird Major August Singenstroth

Vorsitzender August Singenstroth

Ausmarsch 1965 im Hintergrund die alte Post

1967

Karl Wagemann erhält für seit 1920 ununterbrochene Tätigkeit als Schriftführer einen Verdienstorden

1968

Auf der Vorstandsitzung kurz vor Weihnachten 1968 wird der 29 jährige Enkel von August Singenstroth – Gerd Meloh- zum Vorsitzenden gewählt und gleichzeitig zum Major befördert.

Vorsitzender Gerd Meloh

1969

Zur Generalversammlung im Mai zählt der Verein 275 Mitglieder. Der Vereinsbeitrag wird von 7 auf 8 DM erhöht.
Von der Gruppe „Jung-Wöste“ wird wieder ein Erntekranz gebunden und erstmalig auf einem Wagen zusammen mit Früchten des Feldes im Umzug mitge-führt

1971

Erstes Kinderschützenfest auf dem Hof von Theo Feldmann, seinen Ursprung hat es in einer Initiative der Nachbarn rund um den Woesteweg und der Pohlmannstraße

Der Mitgliedsbeitrag wird auf 10 DM erhöht

1972

Am 11. Juni. kann nach nur 2 monatiger Bauzeit der neue Schießstand mit Clubraum eingeweiht werden. Er ersetzt den alten Schießstand aus dem Jahr 1938, der den Anforderungen des Vereinslebens nicht mehr gewachsen war

Karl Wagemann der über 50 Jahre das Amt des Schriftführers verwaltete, wird zum Ehrenmitglied ernannt.

1974

Auf der Generalversammlung wird beschlossen, das Tragen von Holzgewehren beim Schützenumzug als alte Tradition beizubehalten.

Absolutes Novum für Rheda–Wiedenbrück:                                                                                                                        die Schützen der Landgemeinde verfügen jetzt über eine                                                     Schützinnen-Gruppe. Kompanieführerin der 15 Mädels ist Monika Westermann.

Der Verein zählt jetzt 8 Schützengruppen.

Die Mitgliederzahl beträgt 297 Schützen und Schützinnen.

Schützengruppe Monika Brand 1974

1977

Zum 40. Mal wird das Schützenfest auf Pohlmanns Hof gefeiert.
Hofbesitzer Hans Pohlmann erhält stellvertretend für die “Brakenweiber” – so werden im Volkmund die Nachbarsfrauen, die den Festplatz schmücken genannt – eine 3-Liter-Flasche “Heimatwasser”.

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