von 1887 bis 1900

1887 – Das Fest der Fahnenweihe – Die Irrfahrt nach „Rhede“

Als im Jahre 1886 der Bauer Karl Singenstroth Major und Vorsitzender wurde, gab es nach einigen Jahren der Stagnation wieder neues Leben im Schützenverein der Landgemeinde Rheda. Dieser verdiente Mann verstarb nach dem ersten Weltkrieg im Alter von 82 Jahren. Äußeres Zeichen des Aufschwungs war vor 100 Jahren die Anschaffung einer Fahne, die der Verein bis dahin noch nicht besessen hatte. Das Schützenfest Anno 1887 brachte dann den Tag der Fahnenweihe. Es wurde auf dem Gehöft des Bauern Johann Kappel gefeiert, wegen seiner Bedeutung sorgsam vorbereitet und mit großer Spannung erwartet. Der Vorstand kam aber in eine peinliche Zeitverlegenheit, denn einen Tag vor dem Fest war die zu weihende Fahne noch nicht eingetroffen. Man befürchtete, keine Fahnenweihe mehr veranstalten zu können. Am Vormittag des Festsonntags, buchstäblich in letzter Stunde, traf sie endlich in Rheda ein, sie hatte eine postalische Irrfahrt nach Rhede (Kreis Borken) hinter sich. Die Spannung und Sorge löste sich in befreiendem Jubel auf. Es soll dann auch besonders anhaltend gefeiert worden sein.

Verdiente Fahnenträger

Der erste Fahnenträger war der Schützenkamerad Fritz Wagemann, ihm folgten Wilhelm Langreck, Heinrich Wagemann, Hermann Westfechtel, Bernhard Kisse und dann über einen Zeitraum von über 20 Jahren Konrad Busch.

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Fahnenoffiziere von links: Heinrich Oldemeyer, Konrad Busch, Arnold Maas.

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1965 Fahnenträger Arnold Maas Offiziere Karl Meise und Konrad Peterburs

Um 1900 – Kaum zu glauben

Große Aufregung herrschte bei einem Schützenfest um die Jahrhundertwende. Nachdem ein Schütze den entscheiden Schuss auf den „Vogel“ abgegeben hatte und er kräftig als neuer König gefeiert worden war, erhielt der Regent von dem Schützenverein seine Spesen in Höhe von seinerzeit 30 Mark.
Doch was dann geschah, war in seiner Dreistigkeit nicht zu überbieten und man mag es kaum glauben!
Samt Spesen schlich sich der Strolch in einem unbeobachteten Moment heimlich davon. Als Lehre aus dieser unglaublichen Geschichte beschloß der Schützenverein dem König in Zukunft sein Honorar erst nach dem Fest auszuzahlen.

Die ersten Majore und Vorsitzenden

Neben Karl Singenstroth hatten sich als Majore und Vorsitzende bis zum ersten Weltkrieg verdient gemacht: Peter Mertens, Johannes Kappel, Heinrich Wehler, Hermann Ellermann und Wilhelm Althoff.

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